Studium und Lehre

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2020/21

Our Women on the Ground: Arabische und türkische Journalistinnen und ihre Texte im 19. und 20. Jh. (Englische Quellenlektüre)

Worum geht's? Der Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert war im Nahen und Mittleren Osten von zahlreichen einschneidenden politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen geprägt. Der seit dem 19. Jahrhundert in der Region aufstrebende Journalismus begleitete und prägte diese Entwicklungen intensiv. In Leitartikeln, Leserbriefen und Kolumnen wurde ausführlich über Frauen, ihre Rolle im Reformprozess und in der Familien- und Bildungspolitik diskutiert. Doch auch Autorinnen, Journalistinnen und Aktivistinnen selbst beteiligten sich an diesen Auseinandersetzungen. Hier setzt die Übung an und lässt Protagonistinnen wie Halide Edib, Sabiha Sertel und Huda Sha’arawi mit ihren Texten zu Wort kommen. Über die Lektüre eröffnen sich Einblicke in Lebenswelten und Karrierewege sowie Zugänge zu Themen und Fragestellungen, mit denen sich die Autorinnen auseinandersetzten.

Ziel der Veranstaltung ist die gemeinsame Lektüre und Übersetzung englischsprachiger Quellen sowie ihre Einordnung in historische und biographische Kontexte. Darüber hinaus ist Raum für die Reflexion von Sprache und Übersetzungsentscheidungen.

Wann und wie? Dienstags, 10:15 - 11:45, hybride Veranstaltung (Raum02 473 P208)

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Das Prächtige Jahrhundert. Geschichte des osmanischen Reichs in der Frühen Neuzeit und ihre Rezeption (Übung Neuere Geschichte)

Worum geht's? Die Zeit nach der Eroberung Istanbuls durch Mehmed II. im Jahr 1453 und insbesondere das sich anschließende 16. Jahrhundert, geprägt vor allem vom Wirken Sultan Süleyman Kanunis – „des Prächtigen,“ wie er in der deutschsprachigen Historiographie bezeichnet wird – gelten als das Goldene Zeitalter der osmanischen Geschichte. Historikerinnen und Historiker haben sich dieser Periode intensiv zugewandt. Einige Darstellungen betonen dabei vor allem den Kontrast zu Entwicklungen in den folgenden Jahrhunderten, die als ein Zeitalter des Niedergangs verstanden wurden. Auch in der türkischen Populärkultur der Gegenwart haben die osmanische Frühe Neuzeit und ihre Interpretationen zahlreiche Spuren hinterlassen, von Spielfilmen wie Fetih 1453 (2012) über historische Romane bis hin zu einschlägigen türkischsprachigen Telenovelas.

Die Übung nimmt zunächst die osmanische Geschichte im 15. und 16. Jahrhundert in den Blick, zeichnet zentrale historische Entwicklungen nach und stellt Protagonisten, wichtige kulturgeschichtliche Phänomene und Schlüsselereignisse vor. Auf dieser Grundlage erfolgt dann eine Auseinandersetzung mit der sich wandelnde Rezeption und Bewertung dieser Ereignisse in unterschiedlichen Kontexten: Aus welchen Konstellationen heraus ergab sich ein Fokus auf die Periode, welche Folgen hatten solche Schwerpunktsetzungen und welche Vorstellungen von Herrschaft, Geschichte und Identität waren jeweils wirksam? Diesen und verwandten Fragen wendet sich die Übung zu und bezieht dabei insbesondere auch filmische Darstellungen ein.

Wann und wie? Dienstags, 14:15 - 15:45, die Veranstaltung findet online statt.

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